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Monoklonale Antikörper

Sind sie scharf auf einen Nobelpreis? Sie hätten einen erhalten, wenn Sie erkannt hätten, wie man die immergleichen Antikörper herstellen kann. Klingt allerdings simpler als es ist.

3. Wie funktioniert Avastin?

Tumore brauchen einen konstanten Nachschub an Sauerstoff und Nährstoffen, wenn sie wachsen wollen. Tumore erhalten diesen Nachschub, indem sie den Bau von Blutgefässen «in Auftrag geben». Ein Prozess, der Angiogenese heisst.

Angiogenese kurz erklärt. Quelle: Howard Hughes Medical Institute.

Der Tumor (oben links) sendet Signale an die umliegenden Blutgefässe in Form einer VEGF-Ausschüttung. VEGF steht für „Vascular endothelial growth factor“ und ist ein  Signalmolekül. Der Antikörper in Avastin (grün/violett) bindet an das VEGF-Molekül und verhindert damit, dass diese ihre Wirkung entfalten können. Quelle: Genentech

Funktionsweise von VEGF kurz erklärt. Quelle: Howard Hughes Medical Institute.

Um diesen Prozess zu starten, sendet der Tumor Signale an die umliegenden Blutgefässe. Dies geschieht über die Ausschüttung des Wachstumsfaktors VEGF . VEGF sorgt dafür, dass die umliegenden Blutgefässe in Richtung Tumor wachsen.

Der Tumor (oben links) sendet Signale an die umliegenden Blutgefässe in Form einer VEGF-Ausschüttung. Der Antikörper in Avastin (grün/violett) bindet an das VEGF-Molekül und verhindert damit, dass diese ihre Wirkung entfalten können.
© Genentech

Avastin wirkt nun als Angiogenese-Hemmer, indem es an die VEGF-Moleküle bindet. Dadurch können diese nicht mehr an den VEGF-Rezeptor binden und die Blutgefässe können sich nicht mehr in Richtung Tumor bewegen. Der Tumor erhält weniger Nachschub an Sauerstoff und Nährstoffen. Das Wachstum des Tumors wird eingeschränkt.

Heute werden monoklonale Antikörper gegen verschiedene Krebsarten eingesetzt, zum Beispiel gegen bestimmte Formen des Non-Hodgkin-Lymphoms, aber auch gegen Darmkrebs und Brustkrebs. Die Entstehung von Brustkrebs ist im Detail zwar noch nicht geklärt. Man weiss jedoch, dass einige genetische Faktoren den Krebs begünstigen können. Dazu gehören spezielle Mutationen in den Genen mit den Namen HER2, BRCA1, BRCA2 und p53. Andere Faktoren sind zu wenig Bewegung oder übermässiger Alkoholkonsum.

Fakten und Zahlen zu Brustkrebs

Jedes Jahr erkranken in der Schweiz mehr als 4’000 Frauen an Brustkrebs und 1’300 sterben daran. Dank der heute verfügbaren Therapien überleben rund 80 Prozent von ihnen länger als fünf Jahre – ohne Therapie wären es weniger als 25 Prozent. Die Abnahme der Sterblichkeit in den letzten Jahren ist auf das Zusammenspiel mehrerer Faktoren zurückzuführen: ein geschärftes Bewusstsein für Brustkrebs, die bessere Früherkennung, der breite Einsatz der Hormontherapie, Fortschritte in der Chemotherapie und neue Medikamente gehören dazu.

Die Sterblichkeit nimmt also ab, die Zahl der Brustkrebspatientinnen ist jedoch am Steigen – hauptsächlich aufgrund einer immer älter werdenden Bevölkerung (drei Viertel aller Brustkrebsfälle werden im Alter von mehr als 50 Jahren diagnostiziert). Übrigens: Auch Männer können an Brustkrebs erkranken, nur bricht er dort weit weniger häufig aus als bei Frauen.