7. Hoffnung oder Risiko?

Wie könnte die Zukunft der Gentherapie aussehen? Der Segen ist rasch ersichtlich: Das neue Crispr-Verfahren hat das Potential, die Gentherapie in Zukunft rascher voranzubringen. Denn mit der Technik könnten Wissenschafter beliebige Veränderungen der Erbinformation vornehmen – punktgenau und effizient.

Aber was ist mit dem Fluch? So haben Forscher in China mit menschlichen Embryonen experimentiert und dabei versucht, Gene in die Keimbahn einzuschleusen, um damit Krankheiten zu behandeln. Das bedeutet, dass diese Gene dann von Generation zu Generation weitergegeben werden. Der Vorteil eines solchen Eingriffs wäre – falls es funktionieren würde –, dass nicht nur der Patient geheilt wäre, sondern auch seine Nachkommen. Genau dort liegt aber auch die Gefahr: Falls dabei ein Fehler entstehen würde, dann wären davon auch die Kinder betroffen. Eingriffe in die Keimbahn gelten in der Schweiz und vielen anderen Ländern als derart heikel, dass sie verboten sind.

Eine weitere Diskussion rund um die Gentherapie betrifft auch die Verfügbarkeit dieser Therapien in Bezug auf ihre Kosten: Wenn eine Gentherapie wie etwa die erste in der EU zugelassene Gentherapie Glybera insgesamt über eine Million Euro für die Behandlung eines typischen Patienten kostet: Können sich unsere Gesundheitssysteme das leisten?

Ein weiterer offener Punkt ist der Missbrauch der Gentherapie im Sportbereich. Die Technik könnte missbraucht werden, um zum Beispiel muskelsteigernde Gene bei Athleten zu integrieren (Gendoping). Dabei handelt es sich um eine Methode, die nur schwierig nachweisbar wäre.