8. Forschung muss intensiviert werden

In den letzten drei Jahrzehnten wurden lediglich zwei neue Antibiotikaklassen auf den Markt gebracht. Dies liegt einerseits daran, dass lange Zeit davon ausgegangen wurde, dass man den Kampf gegen die Bakterien so gut wie gewonnen hat. Andererseits rentieren sich Antibiotika für die Pharmaindustrie nur bedingt. Antibiotika werden nur über einen relativ kurzen Zeitraum eingenommen, deshalb sind sie finanziell weniger interessant als ein Medikament, das über Jahre eingenommen werden muss. Zudem besteht immer das Risiko, dass Bakterien dann auch gegenüber dem neu entwickelten Antibiotikum resistent werden und sich die Investition am Ende finanziell nicht auszahlt.

Trotz dieser Hürden wurde die Antibiotika-Forschung in den letzten Jahren wieder verstärkt, denn das Problem der Antibiotika-Resistenzen hat sich verschärft. So arbeitet etwa das Pharmaunternehmen Roche im Kampf gegen multiresistente Bakterien mit dem kleinen Biotech-Unternehmen Polyphor an einem neuartigen Antibiotikum gegen den multiresistenten Erreger Pseudomonas aeruginosa (dieser Erreger kann Lungenentzündungen hervorrufen). Auch die BioVersys AG in Basel arbeitet an neuen Wirkstoffen, welche die Resistenzen gegenüber Tuberkulose-Wirkstoffen verringern sollen.