6. Wenn Antibiotika nicht mehr wirken

Mit der Entdeckung der Antibiotika schien der Kampf gegen Bakterien gewonnen. Bis in die 80er-Jahre hinein wurden ständig neue Klassen von Antibiotika entwickelt. Doch dann erlahmten die Bakterienkiller zusehends, der Gegner wurde resistenter. Das Wort Resistenz bedeutet Widerstandsfähigkeit. Antibiotika-Resistenz bedeutet, dass ein Bakterienstamm widerstandsfähig gegen das Antibiotikum geworden ist. Das Antibiotikum kann diesen Bakterien nichts mehr anhaben. Mit etwas Glück findet der Arzt dann vielleicht ein anderes Antibiotikum, das noch wirkt. Zudem gibt es spezielle Reserveantibiotika, die der Arzt nur im Notfall einsetzen darf. Hier ist die Chance gross, dass diese noch wirksam sind.

Allerdings gibt es zunehmend Fälle, in welchen sich Menschen mit Bakterienstämmen angesteckt haben, gegen die alle verfügbaren Antibiotika machtlos geworden sind – mit lebensgefährlichen Folgen. So kann aus einer harmlosen Blasenentzündung eine bedrohliche Nierenbeckenentzündung entstehen. Lässt sich diese nicht eindämmen, können die Bakterien den gesamten Körper attackieren und die Patientin stirbt in kurzer Zeit an multiplem Organversagen. Die Ärzte sind dann wiederum so hilflos, wie sie es vor 100 Jahren waren. In Europa sterben jedes Jahr schätzungsweise 25 000 Menschen an Krankheiten, die wegen Antibiotika-Resistenzen nicht richtig behandelt werden können und es entstehen Gesundheitskosten in der Höhe von etwa 1,5 Milliarden Euro.