1. Was sind Antibiotika?

Sie kommen als Saft, Tabletten, Tropfen oder Kapseln daher und sehr viele von uns haben sie bei einer Hals-, Lungen- oder Mittelohrentzündung schon einmal eingenommen: Antibiotika. Antibiotika sind weltweit die am meisten verschriebene Medikamentengruppe. In der Schweiz werden täglich etwa 70 000 Tagesdosen Antibiotika verkauft. Auch rund 80 Jahre nach ihrer Entdeckung sind Antibiotika weltweit der Bakterienkiller Nummer eins, zu dem es keine Alternativen gibt.

Doch ihr Ruf hat in den letzten Jahren gelitten: Immer öfter tauchen Antibiotika auf, wo sie nicht auftauchen sollten, etwa im Fleisch oder in der Milch. Und immer öfter wirken sie nicht, wie sie wirken sollten.

Gegen Bakterien

Ob Bronchitis, Lungenentzündung, Harnwegsinfektion oder eine Blutvergiftung: Grundsätzlich ist jede Krankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird, mit Antibiotika zu besiegen. Antibiotika sind chemische Verbindungen. Sie werden entweder mit Hilfe von Mikroorganismen (z. B. von Schimmelpilzen) hergestellt oder durch chemische Synthese. Viele Antibiotika sind jedoch so komplex aufgebaut, dass sie nicht synthetisch hergestellt werden können, sondern nach wie vor aus Mikroorganismen gewonnen werden müssen.

Der Name Antibiotika kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie «gegen Lebendes». An den Kragen geht es aber nur den Bakterien, denn Antibiotika hemmen deren Wachstum oder töten diese ab. Sie sind quasi Hilfspolizisten, die dem körpereigenen Abwehrsystem (Immunsystem) zu Hilfe eilen, wenn dieses die Bakterien nicht oder nicht schnell genug bekämpfen kann.