6. Impfstoffherstellung

Die Herstellung von Influenza-Impfstoffen ist eine Kunst, die einerseits einen langen Atem und andererseits besondere Umsicht benötigt, denn kleinste Verunreinigungen in der Produktion können verheerende Wirkungen haben.

Meist werden zur Herstellung von Grippeimpfstoffen Hühnereier verwendet:

a. In angebrüteten Eiern werden ausgewählte Virenstämme vermehrt. Danach werden die Viren isoliert, inaktiviert und zum Impfstoff aufbereitet. Dieser enthält keine infizierenden Viren mehr.
b. Die Virus-Bestandteile werden weiter aufbereitet und die meisten Komponenten entfernt.
c. Nur die beiden wichtigsten Antigene des Virus, HA und NA, werden für die Vakzine verwendet. Impfstoffe werden ohne oder, falls notwendig, auch mit Substanzen, die die Immunantwort verstärken hergestellt (Adjuvans).

Jedes Jahr muss ein neuer Impfstoff entwickelt werden, da sich die Influenzaviren ständig verändern. Der saisonale Grippe-Impfstoff 2012/2013 wirkt zum Beispiel gegen folgende Stämme:

  1. A/California/7/2009 (H1N1) (sog. "Schweinegrippe")
  2. A/Victoria/361/2011 (H3N2)
  3. B/Wisconsin/1/2010

Dieser saisonale Impfstoff ist damit ein «typischer» Grippeimpfstoff, denn zur saisonalen Grippe gehören meist die Typen H1N1, H3N2 und B.

Die Herstellung von Grippeimpfstoffen in Hühnereiern ist zwar erprobt, hat aber einige gravierende Nachteile, wobei der Zeitfaktor der bedeutendste ist: die Produktion in Hühnereiern ist aufwändig und braucht Zeit – die die Firmen im Fall einer Pandemie nicht haben. Daher haben Forscher neue Produktionssysteme entwickelt.