5. Worst-Case Szenario

Sorgen bereitet den Forschern stets ein nächster grosser Kleiderwechsel des Influenza-Erregers. Das Worst-Case Szenario wäre ein neues Virus mit einer hohen Letalität, das sich leicht von Mensch zu Mensch überträgt. Die Folgen eines solchen Erregers könnten verheerend sein: Die Menschen werden Kinos und Restaurants, Trams und Züge meiden, Fluglinien werden eingestellt, Schulen, Kantinen, Kindergärten werden geschlossen. Menschen tragen Masken und Handschuhe und halten Abstand zum Gegenüber, um sich zu schützen. In den Unternehmen werden bis zu 40 Prozent der Belegschaft fehlen, entweder weil sie selbst erkrankt sind oder weil sie für den kranken Sohn oder die kranke Grossmutter sorgen müssen. So könnte das Worst-Case Szenario aussehen.

Die Behörden und auch viele Firmen haben darum für diesen Fall vorgesorgt und entsprechende Pandemiepläne erarbeitet. Die Pläne enthalten verschiedene Massnahmen, die im Pandemiefall ergriffen werden (z. B. Hygienemassnahmen). Auch die Impfstoffhersteller sind stets wachsam und bereit, bei Auftauchen eines neuen Erregers umgehend einen Impfstoff zu entwickeln. Allerdings dauert dies mehrere Monate ...

Ob und wann ein solches Worst-Case Szenario eintreten wird, kann niemand vorhersagen. Sicher ist, dass die Forschung in den vergangenen Jahrzehnten viel über das Virus gelernt hat und dieses Wissen zur Bekämpfung einsetzen kann.

Schweine als «Mischgefäss»
Schweine können von verschiedenen Influenza-Viren befallen werden, sei es durch Kontakt mit infizierten Vögeln oder mit Menschen. Die in Schweinen vermehrten Viren können dann wiederum Vögel bzw. Menschen befallen. Darum nennt man das Schwein ein «Mischgefäss». In ihm können neue Virustypen entstehen: Werden Schweine gleichzeitig von Viren unterschiedlicher Herkunft befallen, können durch Rekombination neue Virenvarianten entstehen (Antigenshift). Dies wird umso mehr erleichtert, als das Influenza-Genom aus acht einzelnen RNA-Stücken besteht.