5. Gene werden kloniert, Schafe geklont

Damit sind wir beim Klonen im Gegensatz zum Klonieren angelangt. Lange Zeit dachten Forschende, dass es nicht möglich sei, höhere Lebewesen zu klonen, von Säugetieren ganz zu schweigen. Zwar war es Forscherinnen und Forschern in den 70er-Jahren gelungen, Frösche zu klonen, aber sie standen vor einer grossen Hürde: Die Forschenden konnten nur sehr junge Frösche im Embryonalstadium klonen, je älter aber das Spendertier war, desto schwieriger wurde es, das Tier zu klonen. Einen erwachsenen Frosch zu klonen, galt lange Zeit als unmöglich. Die Entwicklungsbiologen sind sich einig darüber, dass der Grad der Differenzierung der Zellen dafür verantwortlich ist.

Zellen ganz junger Frösche sind noch nicht differenziert, das heisst, sie sind noch nicht auf eine bestimmte Aufgabe spezialisiert; aus ihnen werden im Laufe der Entwicklung viele unterschiedliche Zelltypen entstehen (Muskelzellen, Hautzellen, usw.). Diese embryonalen Zellen sind in ihrer Funktion also noch nicht festgelegt und lassen sich einfach klonen. Bei erwachsenen Fröschen hingegen sind die meisten Zellen differenziert, sie haben eine spezifische Aufgabe im Körper. Das Erbgut dieser Zellen ist nur noch teilweise aktiv: Viele Gene, die in diesem späten Entwicklungszustand nicht mehr nötigt sind, wurden abgeschaltet.

Versucht man nun, wie beim Klonen üblich, das Erbgut dieser «alten» Zellen in ein Froschei einzuführen, dessen Zellkern zuvor vernichtet wurde, kann das Erbgut der «alten» Zellen nicht wieder auf Null zurückgedreht werden. Die Gene bleiben abgeschaltet, das Klonen misslingt.

BTLC Klonieren Mikroinjektion
Mittels Mikroinjektion wird in einem ersten Schritt die Eizelle entkernt.
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