2. Angeborenes und erworbenes Immunsystem

Generell unterscheidet man zwischen dem angeborenen und dem erworbenen Teil des Immunsystems.

Fresszellen zum Beispiel wirken ziemlich unspezifisch und gehen auf alles los, was sie als fremd wahrnehmen. Dieser unspezifische Teil des Immunsystems ist zum grossen Teil angeboren und schützt den Säugling also bereits während der Geburt und in den ersten Lebenswochen.

Allerdings werden die Fresszellen nicht mit allen Fremdkörpern und/oder Eindringlingen fertig. Deshalb braucht es Spezialisten. T-Zellen reagieren zum Beispiel sehr spezifisch, wenn eine bestimmte fremde Struktur aufgespürt wird. Einige dieser Zellen, die T-Gedächtniszellen, bleiben nach dem Kontakt im Körper erhalten und können sich später an bestimmte Antigene «erinnern». Vom Erreger oder dem Fremdkörper wird somit eine Art «Steckbrief» angelegt. Bei einem erneuten Auftreten des Erregers oder der Fremdstruktur kann der Körper wesentlich rascher und gezielter reagieren. Diese erworbene Fähigkeit der Immunabwehr bezeichnet man als Immunität.

Analog funktioniert auch eine Impfung. Durch eine Impfung wird dem Körper der Erreger (inklusive seinen Antigenen) präsentiert, zum Beispiel der Masernerreger. Allerdings wird in der Regel der Erreger so verändert, dass er nicht krank macht: Er wird abgeschwächt, abgetötet oder es werden von ihm nur bestimmte isolierte Strukturen, die als Antigene fungieren, verwendet. Wie bei einer richtigen Infektion bleiben nach einer Impfung T-Gedächtniszellen zurück und der Körper ist auf einen echten Angriff durch diesen Erregers vorbereitet. Eine Impfung unterscheidet sich somit von einer normalen, natürlichen Infektion nur dadurch, dass dem Immunsystem gezielt aufbereitete Fremdstrukturen präsentiert werden, die vorher auf ihre Harmlosigkeit hin getestet wurden.