6. Streitpunkt Biotechpatente

Ursprünglich wurde das Patentrecht für Erfindungen aus unbelebter Materie entwickelt. Im Venedig des 15. Jahrhunderts und während der Frühindustrialisierung wurden vor allem Verfahren und Erzeugnisse handwerklicher Betriebe und Maschinen zum Patent angemeldet. Bereits 1873 wurde aber Louis Pasteur, dem französischen Mikrobiologen und Erfinder der Pasteurisierung, ein Patent für gereinigte Hefe erteilt. Und 1931 wurde eine besonders lange blühende Blume namens «Black Dawn» in den USA patentiert. Seit der Erfindung der Gentechnik in den 70er-Jahren und ihrer Anwendung durch Biotechfirmen hat die Zahl der Biotechpatente stark zugenommen.

Biotechpatente sind Patente für biotechnologische Erfindungen. Es geht dabei um biologisches Material, wie DNA-Sequenzen, Gene oder Eiweissstoffe (Proteine). Biotechpatente können auch pflanzliche, tierische oder menschliche Zellen, Gewebe, Organe oder gentechnisch veränderte Tiere und Pflanzen sowie gentechnisch verändertes Saatgut umfassen.