2. Neue Ära der Krebsforschung

Zahlen sagen aber nicht alles. Denn trotz dieser düsteren Aussichten hat die Diagnose Krebs in den letzten Jahrzehnten viel von ihrem Schrecken verloren: Heute kann im Schnitt jede zweite Krebskrankheit geheilt werden. Wissenschafter sind zudem optimistischer als auch schon, wenn es um die Zukunft der Krebsbekämpfung geht. Eine Heilung der Erkrankung ist zwar in vielen Fällen noch immer nicht in Reichweite, wohl aber eine Linderung, so dass der Patient ein beinahe beschwerdefreies Leben führen kann. Ein Allheilmittel gegen Krebs wird es aber nie geben, denn die Mediziner betrachten mittlerweile jede Krebsform fast wie eine eigenständige Krankheit. Der Begriff Krebs steht denn auch für mehr als 300 verschiedene Krebserkrankungen (Brustkrebs, Hautkrebs, Darmkrebs, etc.). Bösartige Tumore können sich aus beinahe jedem Zelltyp des menschlichen Körpers entwickeln. Eine Heilung muss für jede Krebsform neu erfunden werden.

Krebs ist charakterisiert durch ein unkontrolliertes Zellwachstum. Gesunde Zellen regulieren ihre Teilung zu Geschwisterzellen sehr vorsichtig (kontrollierter Zellzyklus). Denn der Körper kann nur zu einem Ganzen werden, wenn alle Zellen aufeinander abgestimmt sind. Da der Körper aus Billionen von Zellen besteht, ist es unausweichlich, dass in seltenen Fällen eine Zelle aufgrund einer Mutation (genetische Veränderung) die Kontrolle über ihre Zellteilung verliert. Unkontrollierte Zellen teilen sich schneller als kontrollierte. Eine Anhäufung von Krebszellen wird als Tumor bezeichnet. Als Folge seines unkontrollierten Wachstums zerstört er das umliegende gesunde Gewebe. Verbreitet über das Blut oder das Lymphsystem können in anderen Organen Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen, entstehen. Von der Art und auch der Lage eines Tumors hängt es ab, wie gefährlich ein Krebs ist und wie aggressiv die Therapie sein muss.

Generell stehen drei Formen der Therapie zur Verfügung: die Chirurgie, die Chemo- und die Strahlentherapie. Oft werden diese Behandlungsformen kombiniert. Die meisten Therapien, welche in den 1970er-Jahren gegen Krebs entwickelt wurden und noch heute verwendet werden, greifen sich rasch teilende Zellen an, denn dies ist das Charakteristikum von Krebszellen. Der Tumor wird dadurch gestoppt, der Nachteil ist jedoch, dass diese Therapien nicht unterscheiden können zwischen Krebszellen und gesunden, sich teilenden Zellen. Deshalb haben herkömmliche Therapien oft schwerwiegende Nebenwirkungen. Diese nimmt man in Kauf, weil mit den Medikamenten Leben gerettet werden können.

Definition von Krebs, Quelle: Roche, Health Kiosk, 2003.

Definition von Krebs, Quelle: Roche, Health Kiosk, 2003.
BTLC Krebsmedikamente Mutation
Mutation: Aus einem G wird ein A, dadurch kann sich die Form des entsprechenden Proteins verändern, Krebs kann entstehen.