3. Wirkung und Verträglichkeit im Labor geprüft

Ist ein Wirkstoff gefunden, wird er zunächst im Labor auf seine Wirksamkeit getestet. Es wird studiert, wie gut verträglich die Substanz ist oder wie gut sie sich im Körper verteilt. Gleichzeitig untersuchen Toxikologen mit umfassenden Sicherheitsprüfungen, ob (und wenn ja, ab welcher Konzentration) der Wirkstoffkandidat giftig ist, ob er Embryonen schädigt, Krebs oder Veränderungen des Erbguts auslöst. Für all diese Tests sind neben Zellkulturen auch Tiere erforderlich. Auf Tierversuche kann man bei der Medikamentenentwicklung nicht verzichten. Viele Fragen zu einem neuen Wirkstoff lassen sich zwar mittlerweile mit Bakterien, Zell- und Gewebekulturen, mit chemischen Tests oder dem Einsatz von Computer klären. Doch sind all diese Testsysteme nicht in der Lage, das komplexe Vorgehen im lebenden Körper nachzuahmen. Das aber ist wichtig, um mögliche schädliche Wirkungen einer Substanz erkennen zu können, bevor sie beim Menschen geprüft wird.

Substanzen, die sich in all diesen Tests bewähren, kommen als Wirkstoffkandidaten in Betracht. Mehrere Jahre lang werden von diesen Kandidaten immer wieder neue Varianten entworfen, getestet und bei negativen Resultaten verworfen. Sind die Wissenschaftler von einem Wirkstoff überzeugt, melden sie diesen zum Patent an.

Chemiker müssen im Hinblick auf die im nächsten Schritt anstehenden klinischen Studien herausfinden, wie die Wirkstoffe möglichst in grossen Mengen, umweltschonend, einfach und günstig hergestellt werden können. Von den 20 Wirksubstanzen sind nach diesen ausgiebigen Tests nur noch 10 übrig und bereits fünf Jahre sind vergangen.

BTLC Medikamentenherstellung Tierversuch
Auf Tierversuche kann man bei der Medikamenten- entwicklung nicht verzichten.
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