7. Ethische Aspekte/Risikoforschung

Womit wir bei einem anderen Thema der Nanomedizin angelangt sind. Wie steht es um die Risiken? Denn um eine Zulassung für eine Therapie zu erteilen, müssen die zuständigen Behörden wissen, wie sicher eine Therapie ist. Da die Nanomedizin auf neuartigen Bausteinen aufbaut, mit denen die Forscher zum Teil erst wenig Erfahrung haben, müssen auch die entsprechenden Sicherheitsstandards neu definiert werden. Neue Fragen tauchen auf: Wenn ein bekannter, zugelassener Wirkstoff, Insulin etwa, mit einem Nanoteilchen verbunden wird, wie sicher ist ein solcher Wirkstoff? Was genau geschieht mit den Nanopartikeln im Körper? Lagern sie sich allenfalls in einem Organ ab oder werden sie ausgeschieden? Gibt es Schäden, die erst nach einigen Jahren auftreten?

Mittlerweile haben Forscherinnen und Forscher einiges an Informationen zu den Risiken von Nanopartikeln zusammengetragen. Tatsache ist: Viele Menschen sind praktisch täglich solchen Partikeln ausgesetzt. Das Abgas von Dieselmotoren enthält viele Nanoteilchen, von denen zudem bekannt ist, dass sie krebserregend sind, aber auch Staub oder der Rauch von Cheminéefeuern oder Zigaretten enthalten Nanopartikel. Werden diese Partikel eingeatmet, können sie bis in den Zellkern vordringen, wo sie mit dem Erbgut interagieren könnten. Ob das tatsächlich auch passiert, ist noch unklar. Daher ist wichtig, alle Medikamente, die auf Nanotechnologie basieren, genau zu untersuchen - so wie es auch mit allen anderen Wirkstoffen geschieht, bevor sie zugelassen werden.